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Kassel, 05.12.2025

Samariter schenken Obdachlosen Wärme und Hoffnung | Regionalverband unterstützte Kältehilfe 2025

Auch in diesem Winter beteiligte sich der ASB-Regionalverband Kassel-Nordhessen erneut an der bundesweiten Kältehilfe-Aktion des ASB. Der erste Vorsitzende, Philipp Brake, übergab gemeinsam mit Dirk Reimann achtzig winterfeste Schlafsäcke sowie ebenso viele Hygienesets an den Verein Soziale Hilfe und die Drogenhilfe Nordhessen in Kassel. Zusätzlich spendete der Regionalverband jeweils achtzig Rettungsdecken, Erste-Hilfe-Sets und Handdesinfektionsmittel sowie zwanzig faltbare Isomatten. „Die kalte Jahreszeit ist für obdachlose Menschen besonders hart. Viele haben keinen Zugang zu warmer Kleidung oder Schlafsäcken. Wir wollen mit unserer Unterstützung ihre Situation lindern und ihnen Zuversicht, Hoffnung und Wärme geben“, sagte Philipp Brake.

Nachfrage nach Hilfe steigt

Lorenz Strelczuk vom Verein Soziale Hilfe sowie Christian Becker und Lilly Kurz von der Drogenhilfe Nordhessen bedankten sich herzlich für die Spenden. In der Tagesaufenthaltsstätte Panama des Vereins Soziale Hilfe und im Café Nautilus der Drogenhilfe Nordhessen erhalten Betroffene Unterstützung. Bei der Spendenübergabe im Café Nautilus berichteten sie, dass die Nachfrage nach Hilfe steige, die Herausforderungen größer würden und die Rezession sowie der unsichere Arbeitsmarkt deutlich spürbar seien. Zudem befürchteten sie, dass Änderungen beim Bürgergeld die Zahl der Wohnungslosen weiter erhöhen könnten.

„Neben der akuten Hilfeleistung ging es auch darum, das Bewusstsein für die herausfordernde Lebenslage wohnungsloser Menschen zu schärfen, deren Zahl in Deutschland bedrohlich steigt“, sagte Philipp Brake. Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter: Manche Menschen leben dauerhaft auf der Straße, andere vorübergehend in Notunterkünften oder bei Freunden. Die Ursachen reichen von Arbeitslosigkeit und hohen Mieten über psychische Erkrankungen bis hin zu familiären Konflikten und Schulden. Wenn im Winter die Temperaturen sinken, wird das Leben für Menschen ohne festen Wohnsitz besonders gefährlich. Kälte und Nässe können dann schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb erweitern viele Städte ihre Hilfsangebote, richten Notschlafstellen ein und starten Kälteschutzprogramme.

Vor Erfrierung und Gewalt schützen

Notschlafstellen bieten einen kostenlosen und niedrigschwelligen Zugang zu einem warmen Schlafplatz. Neben Bett und Decke gibt es dort in der Regel auch warme Mahlzeiten, sanitäre Einrichtungen und sozialpädagogische Beratung. Auch der Verein Soziale Hilfe Kassel betreibt zwischen dem 1. November und dem 30. April ein solches Angebot. Dank finanzieller Unterstützung der Stadt Kassel sowie von Kirchengemeinden, die Stellplätze für mobile Wohneinheiten bereitstellen, kann der Verein obdachlose Menschen vor Erfrierung und gewalttätigen Übergriffen schützen. Die Notschlafstellen sind mit Tisch, Bett, Schrank und Stühlen funktional eingerichtet. Auf Wunsch werden sie zusätzlich mit einer Kochplatte und einem Kühlschrank ausgestattet, sodass sich die Bewohnerinnen und Bewohner selbst versorgen können.

Hilfsangebote wie dieses leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Menschen in Not zu schützen und ihnen eine sichere Unterkunft zu bieten. Dennoch nehmen nicht alle Betroffenen die Hilfe in Anspruch. Scham, Misstrauen oder persönliche Belastungen können den Zugang erschweren. An besonders kalten Tagen reichen die vorhandenen Schlafplätze zudem oft nicht aus.

Bundesweite Kältehilfe seit 2016

Seit 2016 unterstützt der ASB obdachlose Menschen in ganz Deutschland im Winter mit Schlafsäcken, Hygieneartikeln, warmen Mahlzeiten und medizinischer Grundversorgung. Der Regionalverband Kassel-Nordhessen beteiligt sich seit 2018 an dieser Aktion. Auch diesen Winter setzte der ASB gemeinsam mit vielen engagierten Samariterinnen und Samaritern mit der Kältehilfe-Aktion ein starkes Zeichen der Solidarität.

Unterstützt von ASB-Präsidentin Katarina Barley, die selbst vor Ort in Köln half, konnten Menschen in Not Wärme, Schutz und Zuwendung geschenkt werden. „Wenn die Temperaturen fallen, dürfen wir nicht zulassen, dass Menschen auf der Straße ungeschützt bleiben. Die Kältehilfe des ASB zeigt, was unseren Verband ausmacht: konkrete Unterstützung, die sofort wirkt, und eine Haltung, die niemanden zurücklässt. Jeder Schlafsack, jede warme Mahlzeit und jede Begegnung auf Augenhöhe sendet das Signal, dass niemand vergessen ist“, so Katarina Barley.

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Übergabe von Schlafsäcken, Hygiene-Sets und weiteren Hilfsgütern im Rahmen der ASB-Kältehilfe

Foto: ASB RV KS-NH